Feller & Feller Bemusterung

Montag, 13 April 2020
01:20 Uhr

Feller & Feller Bemusterung

 
 
 
 
 
 
 
 
Sie gelten als bodenständig und publikumsnah. Und das seit mehr als 25 Jahren. So lange stehen Hansi und Robert nämlich schon als Duo „Feller & Feller“ auf der Bühne. Gemeinsam schaffen es die beiden sympathischen Sänger immer wieder mit Charme und viel Frohsinn ihr Publikum mit „schlagerhaften Momenten“ zu begeistern. 
 
„Ein schneeweißes Brautkleid“
 
Hansi Feller wurde am 14. Januar 1969 als Hans Joachim Röpkes in Victorbur in der ostfriesischen Gemeinde Südbrookmerland geboren. Er stammt aus einer Großfamilie und wuchs mit dreizehn Geschwistern auf. „Hausmusik hat bei uns eine wichtige Rolle gespielt“, erinnert er sich. „Nach getaner Arbeit haben wir oft zusammen gesessen und miteinander musiziert. Meine Mutter spielte Handorgel und Mundharmonika. Auch fast alle meine Geschwister haben ein Instrument erlernt.“ Hansi entschied sich für eine Konzertgitarre, die er sich mit siebzehn Jahren von seinen Ersparnissen kaufte. Er übte fleißig, wobei es ihm zunächst hauptsächlich darum ging, in der heimischen Familien-Band bestehen zu können. Schnell merkten die Beteiligten aber, dass der junge Sänger etwas Besonderes in seiner Stimme trug. Man spürte förmlich seine Liebe zur Musik. „Ich habe fast alle aktuellen Schlager, die im Radio liefen, laut mitgesungen“, meint Hansi, dessen Stimmbänder bald dermaßen gut trainiert waren, dass er sich traute, an einer Talent-Show teilzunehmen.
 
Sehr zur Freude seiner Geschwister, die ihn begleitet hatten, gewann er den Wettbewerb. Der Manager Gerd Hollander bot dem vielversprechenden Talent daraufhin einen Plattenvertrag an. Unter der Leitung von Frederick Hinrichs aus Wilhelmshaven wurden „Am Palmenstrand von Santa Monika“ und „Alleinsein“ produziert und auf Schallplatte gepresst. Anschließend folgte mit „Inselfieber“ eine weitere Single. Als Hansis Schwester ihre Hochzeit und dazu das obligatorische Fest für Familie und Freunde ankündigte, nutzte der Bruder die Gelegenheit für einen Solo-Auftritt. Dabei sollte er ihr ein unvergessliches Geschenk bescheren, das es zum damaligen Zeitpunkt in keinem Laden zu kaufen gab. „An einem Frühjahrsabend saß ich in meinem Zimmer und spielte auf meiner Gitarre, als mir plötzlich diese Melodie kam“, erzählt Hansi. Dazu fielen ihm die folgenden Zeilen ein: „Ein schneeweißes Brautkleid, gemacht nur für dich allein, es soll keine andere tragen, nur du, nur du, ganz allein...“ Strophe für Strophe entstand so Hansis erster von ihm selber komponierter Hit. Seine Welturaufführung erlebte „Ein schneeweißes Brautkleid“ beim Ehrentanz der Braut, die, ähnlich wie die Eltern und die restlichen Hochzeitsgäste, sichtlich gerührt reagierte. Der Komponist und Interpret wurde zum Dank mit einem donnernden Applaus belohnt. 
 
Davon angespornt begann Hansi nun, weitere eigene Songs wie „Angelina“ und „Ich will nur dir gehören allein“ zu schreiben. Er fertigte ein Demo-Band an und schickte dies an den renommierten Produzenten Peter Lüdemann, der schon mit Top-Leuten wie David Hasselhoff, Amanda Lear oder Leonard zusammen gearbeitet hatte. Nach nur drei Tagen kam die Rückmeldung: Das junge Gesangstalent aus Ostfriesland wurde ins Paradies-Studio nach Unterföhring bei München gebeten. Dort stand Hansi zum ersten Mal in einem professionellen Studio. „Das war schon ein tolles Erlebnis“, sagt er heute. „Pe. Werner nahm damals gerade ihren Hit 'Dieses Kribbeln im Bauch' auf, und in einem Nebenstudio war der amerikanische Superstar Gary Puckett zugange.“ Doch auch der Gast aus Norddeutschland hinterließ einen nachhaltigen Eindruck. Jedenfalls war Peter Lüdemann hellauf begeistert und erklärte sich bereit, für Hansi unter dem Künstlernamen Benny dessen Debüt-Album „Für deine Liebe“ zu produzieren. Als Komponisten lieferten unter anderem Ralph Siegel und Andreas Martin frisches Song-Material. 
 
Die CD, die bei Grüezi-Schallplatten in der Schweiz veröffentlicht und von der Polydor in Hamburg verlegt wurde, erregte prompt Aufmerksamkeit beim Norddeutschen Rundfunk. Dessen damaliger Musikchef Lutz Ackermann spielte in seinen Radioprogrammen tagtäglich Titel von Benny, so dass der Bekanntheitsgrad des Namens rapide wuchs. Als in der Auricher Stadthalle ein bunter Schlagerabend anstand, um das neue Benny-Album vorzustellen, waren die Karten binnen kürzester Zeit ausverkauft. Die Zuschauer sollten ihr Kommen nicht bereuen. Spätestens mit Erscheinen von zehn Damen „ganz in weiß“ auf der Bühne zu „Ein schneeweißes Brautkleid“ war das Publikum hin und weg. NDR-„Bingo Bär“ Michael Thürnau lud den Senkrechtstarter aus Ostfriesland zu einer Veranstaltung auf die Waldbühne nach Northeim ein. Darüber hinaus sorgte Benny auf dem Hannoveraner Maschseefest vor einer Kulisse von 250.000 Besucher für Stimmung. 
 
„Ein schneeweißes Brautkleid“ erzielte dann in der unter Federführung von Produzenten-Legende Jack White wiederveröffentlichten Version mit Hansi Hinterseer als Interpret diverse Gold- und Platin-Auszeichnungen. Den Titel „Du hast mich heut' noch nicht geküsst“ von der Benny-CD hat der Österreicher ebenfalls neu aufgenommen. 
 
„Der letzte Fischer“
 
Seinen Duett-Partner Robert traf Hansi per Zufall 1992 auf dem Auricher Stadtfest. „Ich war im Publikum, als Hansi plötzlich fragte, welcher mutige Zuschauer sich trauen würde, gemeinsam mit ihm ein Lied zu singen“, erinnert sich Robert, der damals intuitiv dieser Aufforderung folgte und selbstbewusst auf die Bühne trat. „Unser erstes Duett war gleichzeitig unsere Live-Premiere“, fügt Hansi ergänzend hinzu. „Wir haben sofort gespürt, dass unsere Stimmen wunderbar miteinander harmonieren.“ Ähnlich wie Hansi wuchs auch Robert, der am 1. Oktober 1964 als Robert Kroupa in Rheine geboren wurde, in einer Großfamilie mit neun Geschwistern auf und wurde bereits früh an die Musik herangeführt. Zum Zeitpunkt als sich die zwei kennenlernten, leitete der ausgebildete Lagerist, Modeverkäufer und Dekorateur hauptberuflich eine Boutique in Aurich und sang lediglich nebenher in einer regionalen Pop-Band namens „Die Tornados“.
 
Nach dem glänzenden Einstand war es für Hansi und Robert allerdings naheliegend, sich zu einem Duo zusammen zu tun. Und der Erfolg sollte nicht lange auf sich warten lassen. Die erste gemeinsame Single „Der letzte Fischer“ avancierte gleich zu einem Hit. „Das Lied beruht auf einer wahren Begebenheit“, erklärt Hansi. „Es handelt von einem Fischer, der am 'Großen Meer', einem Binnensee bei Bedekaspel, nahe der Stadt Emden, ein abgeschiedenes Leben nach alten Brauch führte und der letzte Berufsfischer seiner Art war. Noch heute findet man seine Grabstelle auf dem Friedhof, bei dem einst eine blaue Kirche stand, die in einer Sturmflut zerstört wurde. Die Inschrift auf seinem Grabstein lautet: 'Lieber Herr, seine Heimat war das Meer'. Diese Geschichte gehört zum kulturellen Erbe Ostfrieslands. Wir beiden waren und sind bis heute überzeugt, dass sie es wert ist, einem breiten Publikum über die Grenzen unser Heimat hinaus musikalisch erzählt zu werden.“ Mit dieser Meinung standen sie nicht alleine da. „Der letzte Fischer“ bescherte Hansi und Robert Auftritte in überregionalen Fernsehsendungen. Bei der NDR-Hitparade „Bi uns to Huus“ wurde der Titel von den Zuschauern zum Jahressieger gekürt. Während der Produktion des Debüt-Albums „Träum mal wieder“ beschloss das Duo, künftig als „Feller & Feller“ aufzutreten. „Das ist der Geburtsname meiner Mutter“, erläutert Robert. „Wir fanden, er hat einen hohen Wiedererkennungswert und prägt sich leicht ein.“ 
 
„Rosenkavaliere“
 
Fortan entwickelten sich „Feller & Feller“ zu beständigen Hit-Garanten teils für andere Interpreten wie z.B. Roberto Blanco oder den Schweizer Leonard, in erster Linie aber für sich selber. Das Titelstück ihres 2004 erschienenen Albums „Rosenkavaliere“ und die ebenfalls aus dieser CD ausgekoppelte Single „Kinderaugen“ sind dafür lediglich zwei eindrucksvolle akustische Belege. Das unkonventionelle Engagement von „Feller & Feller“ für ihre Heimat ließ irgendwann gar die Politik aufhorchen. 2004 ernannte der Bundestagsabgeordnete Jann Peter Janssen, seinerzeit Mitglied im Ausschuss für Tourismus, die zwei zu „musikalischen Botschaftern Ostfrieslands“ verbunden mit dem Auftrag, durch ihre Lieder und ihr Wirken ihre ostfriesische Heimat auch den Menschen außerhalb dieser Region etwas näher zu bringen. 
 
„Ich zeige dir ein Stück vom Paradies“
 
Das war der Startschuss für das ambitionierte Projekt „Ich zeige dir ein Stück vom Paradies“, im Zuge dessen nicht nur ein neues, gleichnamiges Album sondern auch noch eine DVD entstand. Die von „Feller & Feller“ in Eigenregie gedrehten und produzierten Filmaufnahmen zeigen die schönsten Flecken Ostfrieslands und geben faszinierende Einblicke in die Traditionen, die dort vielerorts bis heute gehegt und gepflegt werden. Nicht nur in ihrer Heimat genießen die wunderbar atmosphärischen Landschaftsbilder in enger Verbindung mit der Musik von „Feller & Feller“ heute längst Kult-Status. „Besonders aus Übersee haben wir jede Menge positive Reaktionen bekommen, weil sich die Menschen an alte Zeiten erinnert fühlten“, berichtet Hansi. Zur Vorab-Live-Premiere von CD und DVD im Herbst 2004 vor ausverkaufter Kulisse in der Emder Nordseehalle überraschten „Feller & Feller“ das Publikum mit einem originellen Bühnenbild, das einer ostfriesischen Küstenlandschaft nachempfunden und mit aufwändigen überdimensionalen Projektionen ausgestattet war. Maßgeblich verantwortlich dafür zeichnete sich Robert, der hier sein professionelles Knowhow als Dekorateur erstmals so richtig im großen Stile einbringen konnte. „Das kam dermaßen gut an, dass wir seitdem alle unsere Bühnenbilder selber machen“, meint Robert. 
 
Es folgten eine ausgiebige Deutschland-Tournee unter dem Motto „Die Nacht des Schlagers“ plus zahlreiche Radiointerviews und Fernsehauftritte. Unter anderem lud Moderatoren-Urgestein Dieter Thomas Heck die beiden Sympathieträger aus Ostfriesland zu einem Exklusiv-Interview ins MDR-Funkhaus nach Leipzig ein. Außerdem reisten „Feller & Feller“ nach Rust, um im ZDF vor Millionen von Fernsehzuschauern mit dem Titel „Wenn man liebt“ aus ihren „Paradies“-Album am „Grand Prix der Volksmusik“ teilzunehmen. 
 
„Weihnachten in unserem Herzen“
 
2005 veröffentlichte das Duo sein Album „Weihnachten in unserem Herzen“ mit einer Mischung aus traditionellen und selbstgeschriebenen Liedern. Die offizielle Vorstellung ging, wie auch bei allen nun folgenden CD-Premieren, in der Auricher Stadthalle über die Bühne. Parallel dazu begaben sich „Feller & Feller“ auf eine Tournee durch verschiedene alte Kirchen in und um Ostfriesland. „Wir sind beide gläubige Menschen“, betont Hansi, der an der Seite eines Theologen ein langjähriges privates Bibelstudium absolviert hat. „Die Botschaft des Christentums beeindruckt und beeinflusst uns nach wie vor sehr. Das versuchen wir auch den Zuhörern in unseren Kirchenkonzerten zu vermitteln, und zwar in möglichst verständlicher Form ohne sie dabei belehren zu wollen.“ Diese Idee stieß von Anfang an auf hervorragende Resonanz und wird seitdem jedes Jahr durchgeführt. Inzwischen gehören die „Feller & Feller“-Kirchenkonzerte nicht nur für die Künstler zum festen Bestandteil des vorweihnachtlichen Terminkalenders.
 
„Liebesbriefe lügen nicht“
 
Das nächste „Feller & Feller“-Album „Liebesbriefe lügen nicht“ erschien 2007, einem Jahr, das für für Hansi wie für Robert sowohl mit Freud als auch mit Leid verknüpft war. Unmittelbar vor der Live-Präsentation der CD in der Auricher Stadthalle verstarben die Väter der beiden Sänger. Bereits 1999 hatte Hansi seine Mutter verloren und ihr posthum die bewegende Ballade „Dann war ein Engel da“ geschrieben. Nun verabschiedeten sich „Feller & Feller in dunklen Anzügen vor ihrem Publikum von ihren Vätern und widmeten ihnen das Lied „Im Namen der Liebe“. Der Vorhang blieb vorerst geschlossen. NDR-Musikchef Lutz Ackermann sorgte für eine würdige Ankündigung dieser liebevollen Reminiszenz. Zu den fröhlichen Dingen des Jahres 2007 zählte für „Feller & Feller“ zweifelsohne, dass sie auf ihr 15-jährge Bühnenjubiläum zurückblicken durften. Um ihre Verdienste als musikalische Botschafter Ostfriesland zu ehren, hatte sich einer der bekanntesten deutschen Rosenzüchter etwas Besonderes ausgedacht und einer seiner neuen Rosen-Kreationen nach dem Gesangs-Duo benannt. Die Taufe der „Feller & Feller“-Rose wurde im Rahmen einer öffentlichen Veranstaltung, bei der u.a. NDR 1 mit Moderatorin Ilka Brüggemann live vor Ort war, in der Ihlower Gärtnerei Kuhlmann vollzogen. „Das ist unser Oskar des Nordens“, kommentierte Hansi das Ereignis, als kurz darauf in der „Aktuellen Schaubude“ im Fernsehen darüber berichtet wurde.
 
„Lebensspuren“
 
Als Live-Interpreten blieben „Feller & Feller weiterhin gefragt. Dank ihrer Vielseitigkeit waren sie gern gesehene Gäste auf hochkarätigen Gala-Veranstaltungen ebenso wie auf Kreuzfahrtschiffen wie z.B. der bekannten „Juwel of the Seas“. 2012 folgte das Album „Lebensspuren“, mit dessen Auftakt-Titel „Ohne Dich“ das Duo erneut für den „Grand Prix der Volksmusik“ nominiert wurde. Auch andere Lieder wie „Ich bin dein Co-Pilot“ oder „Mal sind die Wolken grau und schwer“ liefen im Radio rauf und runter und bescherten „Feller & Feller“ Einladungen in renommierte Sendungen wie z.B. „Das große Wunschkonzert“ oder das NDR-Regionalmagazin „DAS“. Die im Spätsommer 2012 mit Unterstützung des Erfolgsproduzenten Francesco Bruletti produzierten Lieder „Weil Du da bist“ und „Cherie mon Amour“ konnten ebenfalls hohe Platzierungen in den Hörer-Hitparaden erzielen.
 
„Wo Wellen und Wind“
 
Aufgrund ihrer umfangreichen Verpflichtungen waren „Feller & Feller“ gezwungen, die offiziellen Feierlichkeiten anlässlich ihres 20-jährigen Bühnenjubiläums und das dazugehörige Album „Wo Wellen und Wind“ um ganze zwei Jahre nach hinten zu verschieben. Und erneut sollte sich die lange Wartezeit für das Publikum und erst recht für die Künstler lohnen. Als Höhepunkt des rauschenden Festes in der Auricher Stadthalle kamen Hansis Geschwister auf die Bühne und ließen zur Melodie von „My Way“ die wichtigsten Stationen der Karriere ihres Bruders und seines Duett-Partners musikalisch Revue passieren. „Wir waren absolut sprachlos und zu Tränen gerührt, weil wir damit überhaupt nicht gerechnet hatten“, erzählt Robert. „Da hat sich für uns wieder gezeigt, wie wichtig der Zusammenhalt in der Familie ist“, ergänzt Hansi. Der Titelsong des neuen Albums beschreibt einmal mehr in malerischer Form die ostfriesische Landschaft und entwickelte sich schon kurz nach seiner Veröffentlichung zu einer Hymne für die Region. Und nicht bloß dort kam er exzellent an. „Wo Wellen und Wind“ belegte sieben Wochen den ersten Platz in den norddeutschen Top-15-Charts. Eine ausgedehnte Radio-Tour führte „Feller & Feller“ u.a. zum NDR, aber auch zum Hessischen Rundfunk und sogar bis nach Holland, wo die beiden inzwischen ebenfalls eine beachtliche Fangemeinde haben und live auftreten. Als weitere regelmäßige Veranstaltung hat sich zuletzt das große „Frühlingsfest“ mit Feller & Feller“ etabliert. Ähnlich wie die Weihnachtskonzerte gehören auch diese Auftritte für viele Schlager-Freunde längst zum festen Bestandteil ihres Festivalkalenders.